Film des Monats: September 2022

Hive (Hive)
Regie: Blerta Basholli
Drehbuch: Blerta Basholli
Kosovo, Albanien, Nordmazedonien, Schweiz 2021

„Hive“ ist das englische Wort für Bienenstock. Beim Bauen der Bienenhäuser sei ihr Mann so glücklich gewesen, sagt Fahrije. Sie hingegen wird trotz des Schutzanzuges, den sie trägt, von den Honigbienen gestochen. Keinen Schutzanzug trägt sie, als sie in der ersten Szene des Films einen der weißen Säcke öffnet, in denen sich die Überreste von Leichen befinden, die das UN-Hilfswerk geborgen hat und die nun von den Angehörigen identifiziert werden sollen. Fahrije lebt mit ihren beiden Kindern und ihrem Schwiegervater in dem Dorf Krusha e Madhe. Während des Kosovo-Krieges verübten serbische Truppen dort im März 1999 ein Massaker an den kosovo-albanischen Dorfbewohnern. Seitdem gilt Fahrijes Mann als vermisst. Sieben Jahre nach dem Ende des Krieges, dem Zeitpunkt, zu dem der Film spielt, wissen die Überlebenden noch immer nicht, was mit ihren Angehörigen geschah.

Der Debutfilm der kosovarischen Regisseurin Blerta Basholli beruht auf wahren Begebenheiten. Er wurde von der Lebensgeschichte von Fahriye Hoti inspiriert. Im Film wird sie von der Schauspielerin Yllka Gashi überzeugend gespielt. Aufrecht und gradlinig, sucht Fahriye trotz des schmerzlichen Verlusts ihres Mannes im Krieg nach einem Neuanfang für sich und ihre Familie. Weil der Honig nicht genug Gewinn abwirft, um die Familie zu ernähren, gründet Fahriye zusammen mit anderen Kriegswitwen eine landwirtschaftliche Genossenschaft. Die Frauen stellen Avjar her, den in der südosteuropäischen Küche beliebten Paprikaaufstrich, der sich im lokalen Supermarkt gut verkauft. Zwar müssen Fahriye und die anderen Frauen sich zunächst gegen allerhand Anfeindungen zur Wehr setzen, die ihnen in dem Dorf mit seinen patriarchalen Traditionen entgegenschlagen. Doch ihr Unternehmen wird schließlich zur Erfolgsgeschichte. Hive ist ein Film, der Mut macht. Er erzählt die Geschichte einer beeindruckenden Frau in einem vom Krieg gezeichneten Land, der es trotz traumatischer Erlebnisse durch eine solidarische Kraftanstrengung gelingt, den Weg in eine selbstbestimmte Zukunft zu finden.

Webtrailer
Film-Credits
Kosovo, Albanien, Nordmazedonien, Schweiz 2021
Produzent:
Yll Uka, Valon Bajgora, Agon Uka
Regie:
Blerta Basholli
Drehbuch:
Blerta Basholli
Kamera:
Alex Bloom
Schnitt:
Félix Sandri, Enis Saraçi
Musik:
Julien Painot
Darsteller:
Yllka Gashi, Çun Lajçi, Aurita Agushi, Kumrije Hoxha
Format:
DCP, Farbe, deutsche Fassung, 84 Minuten
Verleih:
jip film & verleih gbr
Oeder Weg 42, 60318 Frankfurt, Deutschland, Tel.:+49 069 805 322 73, info@jip-film.com, www.jip-film.de
Preise:
Sundance Filmfestival (2021), Shortlisted für den Oscar 2022 in der Kategorie „Bester internationaler Film“ (2021), Vorauswahl Europäischer Filmpreis (2021), Sarajevo Film Festival, Nominierung für den Preis für Geschlechtergleichheit (2021), Gewinner Warsaw International Filmfestival, Wettbewerb 1-2 (2021), PrieFest – Pristina International Film (2021), Preis für Beste Schauspielerin Yllka Gashi - Semana Internacional de Cine (2021), Publikumspreis & Preis der Jugendjury - Les Arcs, Festival de Cinema Européen des Arcs (2021), FISCHER Publikums Preis der Balkan Survey Sektion - Internationales Thessaloniki Film Festival (2021), Gewinner NDR-Nachwuchspreis 2021 - Filmfest Hamburg (2021), Gewinner Friedenspreis - FilmFest Osnabrück (2021), Gewinner Frauenfilmpreis „Die Tilda“ - Braunschweig Internationales Filmfest (2021)
FSK:
ab 12 Jahren freigegeben
Kinostart:
8.9.2022